Maria Utler, die „Mama Maria von Butare“

29 Jan Maria Utler, die „Mama Maria von Butare“

Montag, 29. Januar 2018
„Seit 1963 lebt sie – mit einer einjährigen Pause um deutschen Gesetzesvorlagen zu genügen – im Süden Rwandas. Erst war sie Krankenschwester, pflegte die Geflohenen und Verwundeten eines Krieges. Darauf folgte ein kurzes Intermezzo als Lehrerin in einer Schule. Währenddessen wurde dem damaligen Bischof von Butare klar, dass er sie gerne als Sekretärin im bischöflichen Haus an seiner Seite stark werden lassen möchte. Später wechselte sie in die Finanzkammer des Bistums Butare. Hier entfaltete sie ihre Brillanz mit Zahlen umzugehen, neue Bau- oder Sozialprojekte genau unter die Lupe zu nehmen, um entscheiden zu können, ob dieses Projekt es wert ist, finanziell unterstützt zu werden. Fiel die Prüfung positiv aus, begab sie sich auf die Suche nach möglichen Geldgebern – in Deutschland, Österreich und der Schweiz, nahezu in allen Ländern Europas.
Maria Utler hat ein großes Herz. Sie hört sich die Sorgen der einfachen Menschen an. Wer sich mit ihr auf dem Weg begibt – so wie Jo und ich in den vergangenen drei Wochen immer wieder – der muss darauf eingestellt sein, dass es immer eine Menschentraube um sie herum gibt. Maria ist bekannt, sehr bekannt. Nicht nur in Butare, in ihrem Bistum wird sie von allen gegrüßt und um Hilfe gebeten; selbst in der dreistündigen Autofahrt entfernten Hauptstadt Kigali wird sie von jedem arm aussehenden Menschen und erst recht von jedem Kirchenmann umworben. Liebevoll wird sie „Mama Maria von Butare“ genannt.
In wenigen Wochen wird sie 82 Jahre ihres Lebens zählen können. Sie schaut dabei zurück auf ein Leben, das getragen ist von großer Demut und dem Einsatz für die sozialen Belange der Ärmsten der Armen in ihrem Wahl-Heimatland Rwanda. Selbst in den 100 Tagen des Genozids im Jahre 1994 mit über einer Million Todesopfern verlässt sie nicht das Land. „Gott hat mir nicht gesagt, dass ich das Land verlassen soll“, erinnert sie sich an ihre dunkelste Zeit ihres Lebens, trägt dabei jedoch ihr zärtliches Lächeln auf dem Gesicht. Und jeder, der sie dabei anschaut, merkt, dass sie eine von Gott gesegnete, gesendete und getragene Frau ist, immer wieder im Gespräch mit ihm verbunden, was für sie wie eine Verjüngungskur zu sein scheint. An intellektueller Frische und sprachlicher Eleganz hat sie auch in heutiger Zeit nichts eingebüßt. Kein Wunder also, dass sie ihr Bischof nicht in den mehr als verdienten Ruhestand ziehen lassen möchte.
Liebe Maria, die Menschen und die Kirche in Rwanda sowie die Afrika-Hilfe-Stiftung haben dir viel zu verdanken. Deine ungebrochene Liebe zu den Armen bringst du immer wieder in Einklang mit der göttlichen Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit, von Nächsten- und Feindesliebe, vom Hören und Tun deines dir gottgegebenen Auftrags. Wir wünschen dir, dass dir diese Quelle deines Lebens dich steht’s neu erfrischt.
Jo und Mirco.“